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Volkelt-Briefe

Prüfer suchen gezielt nach Fehlern in Familien-Verträgen

Ob Arbeits- oder Dar­le­hens­ver­trag: Ver­trag­li­che Gestal­tun­gen mit Fami­li­en-Ange­hö­ri­gen sind üblich und zuläs­sig. Auch das Finanz­amt muss das akzep­tie­ren. Die Pra­xis sieht aller­dings anders aus. Immer wie­der wer­den Ver­trä­ge bean­stan­det und die Zah­lun­gen steu­er­lich nicht anerkannt.

Wich­tig für alle, … die Ver­trä­ge mit Ange­hö­ri­gen abge­schlos­sen haben: Das Bundes­finanz­ministerium hat in einer Ver­wal­tungs­vor­schrift vor­ge­ge­ben, dass Feh­ler in Fami­li­en-Ver­trä­gen „nur im Ein­zel­fall“ steu­er­recht­lich nicht zur Bean­stan­dung füh­ren (Quel­le: Schrei­ben vom 2.4.2007, IV B 2 – S 2144/0). Und das, obwohl der BFH bereits 2006 ent­schie­den hat, dass Män­gel in den Ver­trä­gen mit Fami­li­en-Ange­hö­ri­gen nicht auto­ma­tisch zur steu­er­li­chen Nicht-Aner­ken­nung füh­ren dür­fen (Akten­zei­chen: IX R 4/04). Damit berück­sich­tig­te der Bun­des­fi­nanz­hof, dass das schwie­ri­ge deut­sche Ver­trags­recht schnell dazu führt, dass Feh­ler gemacht wer­den – selbst dann, wenn Bera­ter ein­be­zo­gen wer­den. Sol­che Feh­ler müs­sen nach­träg­lich besei­tigt wer­den dür­fen – auch rückwirkend.

Prü­fen Sie regel­mä­ßig bestehen­de Ver­trä­ge mit Fami­li­en-Ange­hö­ri­gen. Auf kei­nen Fall darf es Abwei­chungen zwi­schen Ver­trags­in­halt und tat­säch­li­cher Durch­füh­rung geben (z. B. Höhe von Gehalts­zah­lun­gen, Fäl­lig­keit und Zah­lung von Zin­sen, nicht ein­ge­hal­te­ne Fris­ten usw.). Feh­ler in der Ver­trags­ge­stal­tung (z. B. feh­len­de Ergän­zungs­pfle­ger bei Ver­trä­gen mit Kin­dern) müs­sen Sie unver­züg­lich kor­ri­gie­ren – nur so ver­mei­den Sie steu­er­li­che Nach­tei­le, z. B. bei einer Betriebs­prü­fung oder einer Prü­fung ande­rer Ein­kunfts­ar­ten (Lohn­steu­er, Kapitalvermögen).

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