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BISS - DIE Wirtschafts-Satire

Mindestlohn

BuchJetzt sind die Juris­ten am Zug: „Wie ist es mög­lich, unbe­zahl­te Über­stun­den ver­trag­lich zu fixie­ren“. Etwa, indem man neben dem offi­zi­el­len Arbeits­ver­trag einen Zusatz­ver­trag abschießt, in dem dann Alles Klein­ge­druck­te steht. Deut­sche nei­gen ja zu hieb- und stich­fes­ten gerichts­fes­ten Lösun­gen. So eine Art Betriebs­ver­ein­ba­rung, wonach sich die gesam­te Beleg­schaft dar­auf ver­stän­digt, dass unbe­zahl­te Über­stun­den ehren­amt­lich zur Siche­rung des Unter­neh­mens abge­leis­tet wer­den müs­sen. Bis das juris­tisch geklärt ist, sind wir locker im nächs­ten Jahr­zehnt. Denk­bar ist aber auch die rus­si­sche Chef­se­kre­tä­rin­nen-Vari­an­te, wonach die jung und rot­haa­rig sein muss und neben der beruf­li­chen Tätig­keit auch die Buch­hal­tung zu Hau­se statt Bügeln vorm Tat­ort erle­digt und gele­gent­lich auch ehe­ty­ische Ver­pflich­tun­gen über­nimmt. Auch die chi­ne­si­sche Vari­an­te ist denk­bar. Danach wird strikt Min­dest­lohn gezahlt. Aber dafür wer­den die Fami­li­en-Mit­glie­der fei­er­abends und am Wochen­en­de kos­ten­frei fürs Unter­neh­men tätig. Was den zusätz­li­chen Effekt hät­te, dass die ohne­hin etwas mor­bi­de Fami­li­en-Struk­tur in Deutsch­land wie­der etwas ver­fes­tigt wür­de, was schluss­end­lich der Gesamt­ge­sell­schaft (Pfle­ge) wie­der zugu­te kommt. Sie sehen, Vie­les ist mög­lich. Haupt­sa­che kei­ne Schwarzarbeit.

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